Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen, die zu einem verzerrten Körperbild, schädlichen Verhaltensweisen und anderen psychischen Erkrankungen führen. Sie sind durch eine ungesunde Beziehung zum Essen gekennzeichnet und beinhalten oft eine Besessenheit mit Gewichtsverlust oder -kontrolle.
Es gibt viele verschiedene Arten von Essstörungen: Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge Eating Disorder, Orthorexia nervosa und andere.
Obwohl jede Essstörung ihre eigenen Symptome und Merkmale aufweist, gibt es doch einige Gemeinsamkeiten zwischen ihnen. Essstörungen sind mit einem geringen Selbstwertgefühl, extremer Angst vor Gewichtszunahme und einem verzerrten Körperbild verbunden. Häufig gehen sie auch mit anderen psychischen Problemen einher, darunter Depressionen und Angststörungen.
Menschen mit Essstörungen können schwerwiegende gesundheitliche Probleme haben, darunter Gewichtsverlust oder -zunahme, Elektrolytstörungen und Herzprobleme, Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung), Osteoporose (brüchige Knochen), Unfruchtbarkeit, Zahnprobleme und mehr.
Essstörungen können jeden Menschen in jedem Alter betreffen. Sie beginnen häufig in der späten Jugend oder im frühen Erwachsenenalter, können sich aber in jedem Alter entwickeln. Essstörungen treten bei Mädchen und Frauen häufiger auf als bei Jungen und Männern, aber auch Jungen und Männer können sie entwickeln.
Magersucht (anorexia nervosa)
Magersucht ist eine schwere psychische Erkrankung, die Menschen jeden Alters, Geschlechts und jeder Rasse betrifft. Sie ist gekennzeichnet durch eine ungesunde Besessenheit von Gewichtsverlust und Körperbild. Bei Magersucht geht es nicht nur darum, dünn zu sein, sondern auch darum, die Kontrolle zu haben. Menschen mit Magersucht haben oft eine verzerrte Selbstwahrnehmung und halten sich selbst für dick, selbst wenn sie ein gesundes Gewicht haben oder untergewichtig sind. Sie sind möglicherweise nicht in der Lage zu erkennen, wie dünn sie sind, weil sie daran gewöhnt sind, sich mit einem niedrigeren Gewicht zu sehen. Anorexie kann jeden treffen - Männer und Jungen ebenso wie Frauen und Mädchen. Sie ist auch weiter verbreitet, als man denkt: Etwa 1 % der amerikanischen Erwachsenen leidet irgendwann in ihrem Leben an Magersucht.
Bulimie (bulimia nervosa)
Bulimie ist eine schwerwiegende Störung, von der weltweit Millionen von Menschen betroffen sind. Sie ist durch wiederkehrende Essanfälle und Spülungstendenzen gekennzeichnet. Die Erkrankung betrifft Menschen aller Altersgruppen, Rassen und Ethnien, unabhängig von Geschlecht oder sozioökonomischem Status. Man schätzt, dass bis zu 10 % der jungen Frauen irgendwann in ihrem Leben von den Symptomen betroffen sind. Bei Bulimia nervosa kommt es zu Essanfällen, d. h. dem Verzehr großer Mengen von Lebensmitteln innerhalb eines kurzen Zeitraums, und anschließend haben die Betroffenen das Bedürfnis, die aufgenommenen Kalorien wieder loszuwerden. Um die während des Essanfalls verzehrten Mengen zu kompensieren, kann es zu Purge (selbst herbeigeführtes Erbrechen) oder übermäßiger körperlicher Betätigung kommen. Manche Menschen nehmen auch Abführmittel oder Diuretika ein, um nach einem Essanfall Gewicht zu verlieren.
Bei der Binge-Eating-Störung (BED) handelt es sich um eine Essstörung, die dazu führt, dass man in kurzer Zeit große Mengen an Nahrungsmitteln zu sich nimmt. Sie wird oft von Scham- und Schuldgefühlen begleitet, was es schwierig macht, Freunden und Familie von den Problemen zu erzählen. Viele Menschen mit BED haben auch mit anderen psychischen Problemen wie Depressionen oder Angstzuständen zu kämpfen. Manche Menschen mit BED verwenden Essen als Mittel zur Bewältigung von Stress oder negativen Gefühlen. Wenn Sie glauben, dass Sie mit einer Binge-Eating-Störung zu kämpfen haben, ist es wichtig, mit einem Arzt oder Therapeuten darüber zu sprechen, wie Sie Hilfe bekommen können.
Orthorexia nervosa ist eine Störung, die durch eine Besessenheit von gesundem Essen gekennzeichnet ist und häufig zu Fehlernährung führt. Der Begriff "Orthorexie" setzt sich aus den griechischen Wörtern für "richtig" ("ortho") und "Gewohnheit" oder "Lebensweise" ("rexis") zusammen.
Menschen mit Orthorexie neigen zu einem ungesunden Verhältnis zum Essen, das es ihnen schwer macht, normal zu essen, was unbehandelt zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann.
Betroffene können auch an anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzuständen leiden, weshalb es umso wichtiger ist, dass sie sich so bald wie möglich in Behandlung begeben.